90 Sekunden für dein Exposé

Die 90 Sekunden, die bei der Verlagssuche zählen

Die ersten Zeilen sind entscheidend

Stell dir vor, jemand in einem Verlag öffnet dein Exposé. Kaffee in der einen Hand, zwanzig andere Manuskripte im Postfach, der nächste Termin in einer halben Stunde. Was diese Person in den ersten anderthalb Minuten liest, entscheidet mehr über dein Buch als die 300 Seiten, die du monatelang geschrieben hast.

Das ist keine schöne Wahrheit, aber du musst sie mitdenken und danach handeln.

Warum die ersten Zeilen alles tragen

Menschen in Verlagsredaktionen lesen nicht wie eine Leserin am Strand. Viel mehr wie jemand, der eine Entscheidung treffen muss: weiterlesen oder ablegen. Diese Entscheidung fällt nicht am Ende deines Exposés. Sie fällt am Anfang.

Und genau da liegt das Problem, das ich in Exposés immer wieder sehe: Die Autor*innen erzählen ihre Geschichte so, wie sie sie selbst erlebt haben – von vorne, mit Aufbau, mit Kontext. Ein Verlag aber will in den ersten Sätzen wissen: Worum geht es? Für wen ist das? Wer würde das kaufen? Oder warum nicht?

Das ist kein Stilfehler, sondern ein Exposé ist schlichtweg eine andere Textsorte als dein Roman.

Was in den 90 Sekunden passieren muss

Drei Dinge muss ein Lektorat in den ersten Zeilen deines Exposés greifen können:

  1. Die Prämisse – der Kern deiner Geschichte. In einem Satz, der neugierig macht statt zu erklären.
  2. Die Zielgruppe – wer dieses Buch lesen wird, und warum diese Menschen gerade jetzt danach greifen würden.
  3. Die Vergleichstitel – wo dein Buch im Markt steht, ohne dass du dich kleinmachst oder überschätzt.

Fehlt eines dieser drei Elemente in den ersten Zeilen, muss sich das Lektorat selbst zusammenreimen, warum dein Buch relevant ist. Und das tut in der Regel niemand – dafür ist der Stapel zu hoch und die Zeit zu knapp.

Der häufigste Fehler: zu viel Geschichte, zu wenig Angebot

Viele Exposés lesen sich wie eine Inhaltsangabe. Das ist verständlich – du kennst deine Geschichte in- und auswendig, und natürlich willst du sie erzählen. Aber ein Exposé muss viel mehr sein als eine Zusammenfassung. Es ist ein Angebot: Das hier lohnt sich für dich, liebes Lektorat, aus diesen Gründen.

Wenn du merkst, dass dein Exposé bisher eher “Geschichte nacherzählt” als “Angebot gemacht” hat, bist du nicht allein damit. Das ist der Punkt, an dem die meisten guten Bücher an einer schlechten Verpackung scheitern – nicht an fehlender Qualität.

Was du jetzt tun kannst

Nimm dir die ersten drei Sätze deines aktuellen Exposés vor und frag dich ehrlich: Stehen Prämisse, Zielgruppe und Einordnung schon da? Oder kommt das erst auf Seite zwei, wenn du “warmgeschrieben” bist?

Falls du merkst, dass genau das fehlt, befindest du dich in guter Gesellschaft mit anderen Autorinnen und Autoren, die ein Buch geschrieben haben, das eine Publikation verdient hat, aber schlecht verpackt wurde. Genau an diesem Punkt setzen wir in der Exposé-Werkstatt an: gemeinsam, live, und mit Blick auf dein konkretes Manuskript.

-> So läuft die Exposé-Werkstatt ab (Start am 1. September 2026)
 

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