
Dein Buch ist gut, aber zeigt das dein Exposé?
Die Verkaufsbrille macht den Unterschied
“Aber mein Buch ist doch wirklich gut. Ich habe es an acht Verlage geschickt, und nix passiert. Ich krieg‘ nur Absagen, wenn überhaupt.”
Kennst du das auch?
Was ich dazu sage?
1) Das Exposé ist das Problem. Wenn das nicht zieht, neugierig macht, die Besonderheit gleich am Anfang deutlich macht, dann hat es keine Chance.
2) Acht Verlage. Okay. Aber wie wurden die ausgewählt? Gab es eine Recherche, ob die Verlage zum Buchprojekt passen?
3) Wer jetzt aufgibt, hat es nicht richtig versucht. Klingt hart, ich weiß. Aber acht Verlage ist nicht viel in einer Verlagslandschaft mit ca. 3.000 Verlagen in Deutschland – und da sind Schweiz und Österreich noch nicht mitgerechnet.
Das ist bitter zu hören, wenn du monatelang – manchmal jahrelang – an einem Manuskript gesessen hast. Aber es ist auch eine gute Nachricht. Denn ein Exposé lässt sich reparieren. Ein ganzes Buch neu zu schreiben ist ungleich schwerer.
Warum “gut geschrieben” nicht reicht
Verlage kaufen keine Manuskripte, sondern das Versprechen, das darin steckt. Und dass muss von dir in einem Dokument auf den Punkt gebracht worden sein, das nur ein paar Seiten lang ist. Wenn dieses Dokument nicht zeigt, dass du weißt, was dein Buch besonders macht, wird niemand das Manuskript überhaupt anfordern.
Das bedeutet: Dein Buch kann literarisch stark, spannend und gut lektoriert sein – wenn das Exposé das nicht transportiert, bleibt es unentdeckt.
Die zwei häufigsten Denkfehler
Erster Denkfehler: “Wenn ich nur genug Details liefere, überzeugt das schon.” Das Gegenteil ist oft der Fall. Ein Exposé, das jede Wendung der Handlung auflistet, verliert genau die Klarheit, die ein Lektorat sucht. Weniger Handlung, mehr Haltung ist die Devise!
Was macht dieses Buch anders als die hundert anderen Krimis, die diese Woche auch eingereicht wurden? Was bringt die Autorin mit, dass die anderen Expertinnen nicht haben?
Zweiter Denkfehler: “Das Manuskript spricht für sich, das Exposé ist nur Formsache.” Auch das stimmt selten. Ein Exposé ist die Übersetzung deines Buchs in die Sprache, die ein Verlag braucht, um eine Kaufentscheidung zu treffen – Marktbezug, Zielgruppe, Verkaufsargument. Das schreibt sich nicht nebenbei, sondern muss geschärft werden. So lange, bis es pointiert genug ist, dass es in wenigen Sekunden überzeugt!
Was Verlage wirklich sehen wollen
Eben nicht eine perfekte Nacherzählung, sondern die Antwort auf die entscheidende Frage: Warum sollten wir gerade in dieses Buch und in diese Autorin/diesen Autor investieren – jetzt, auf diesem Markt?
Das ist eine andere Aufgabe als “gut schreiben”. Es ist die Aufgabe, das eigene Werk von außen zu betrachten – mit den Augen von jemandem, der es verkaufen muss, weil der Verlag sonst pleite geht. So einfach ist das.
Der Unterschied, den das macht
Die gute Nachricht: Sobald du diesen Blick einnimmst, wird sichtbar, was an deinem Exposé fehlt. Manchmal musst du nur umformulieren, manchmal musst du die Perspektive wechseln, manchmal musst du deine Expertise noch deutlicher machen, manchmal musst du kürzen, manchmal verlängern, hier schärfen, dort weglassen. Aber dabei wirst du feststellen, dass du keine neue „bessere“ Buchidee brauchst, sondern eine bessere Übersetzung deiner Idee.
Genau diese Übersetzungsarbeit machen wir gemeinsam in der Exposé-Werkstatt vom 1. September bis 6. Oktober – live, an deinem eigenen Text, mit persönlichem Feedback und in einer kleinen Gruppe.
-> Was lernst du in der Exposé-Werkstatt (Start am 1. September 2026)?
